Status quo sektoraler Ansätze beim EQR und ECVET in Europa

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Die Empfehlung zur Entwicklung eines Europäischen Qualifikationsrahmens für Lebenslanges Lernen (EQR) hatte als eine ihrer Ziele die Sicherstellung der Vergleichbarkeit von unterschiedlichen Qualifikationssystemen und –niveaus in Europa.

 

Sektorale Bedürfnisse in den Mittelpunkt

 

Wenn aber die Zuordnung von Nationalen Qualifikationsrahmen zum EQR der Kern des Zuordnungsverfahrens ist, den bereits viele EU Mitgliedsstaaten durchlaufen haben, sollte das nicht davon ablenken, dass dadurch auch über die NQRs sektorale Qualifikationen und Sektorale Qualifikationsrahmen (SQR) ihre Vergleichbarkeit durch die EQR-Zuordnung erhöhen.

 

Der sektorale Ansatz Qualifikationen und Qualifikationsrahmen zu entwickeln, reflektiert den Bedarf von Berufstätigen, berufliche Mobilität zu fördern, Vergleichbarkeit und Transparenz von Qualifikationen zu erhöhen, die Nachfrage des Arbeitsmarkts zeitnah zu adressieren, mehr Nähe zu Arbeitsprozessen herzustellen und diese genauer zu definieren, Berufsbildungslösungen speziell auf die Bedürfnisse des Sektors zuzuschneiden, usw..

 

Sektorale Initiativen auf ihrem Weg zu Sektoralen Qualifikationsrahmen mit einer EQR-Referenz

 

In diesem Kontext liegt ein erkennbarer Trend in dem wachsenden Bewusstsein, dass sektorale Bemühungen nicht nur nationale sondern auch Europäische Aspekte ansprechen müssen, weil wir uns auf einem einzigen Europäischen Arbeitsmarkt bewegen, auf dem Arbeitsprozesse annähernd gleich sind und daher Arbeitnehmer mit dem gleichen Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen benötigt werden, um ähnliche Tätigkeiten auszuführen. Multinationale Partnerschaften und sektorale Initiativen wurden bereits in einigen Sektoren auf den Weg gebracht, so z.B. im IT-Sektor und auch im Transportsektor, wo nationale Grenzen weniger und weniger relevant sind.

 

Während in der Vergangenheit viele Sektorale Qualifikationsrahmen genutzt wurden, um einen Katalog an Qualifikationen zur Verfügung zu stellen, bedarf es heute einer Anpassung an den Lernergebnisansatz, wenn der Sektorale Rahmen einem übergreifenden Rahmen – dem EQR – zugeordnet werden soll, selbst wenn die Deskriptoren und Niveaus des SQRs nicht unbedingt denen des EQRs entsprechen müssen.

 

Leonardo da Vinci Projekte stellen die wichtigsten Beispiele für sektorales Engagement, um mehr Transparenz von Qualifikationen in Europe zu ermöglichen, dar. Im Rahmen dieser Projekte wird der Lernergebnisansatz des EQRs in Einklang gebracht mit den sektoralen Realitäten und bildet somit ebenso die Basis für effektive Mobilität von Lernenden mit der Hilfe von ECVET.

 

Sektorale Qualifikationsrahmen in der Praxis

 

Der e-Competence Framework ist ein praktisches Beispiel für einen solchen SQR, der in der Branche akzeptiert und angewendet wird. Andere SQRs sind derzeit in der Vorbereitung wie z.B. für den Transport&Logistik-Sektor auf Europäischer Ebene oder werden bereits praktisch umgesetzt wie z.B. auf nationaler Ebene in Frankreich oder existieren als theoretische Konzepte wie z.B. im Automobilsektor.

 

Das ist ein anderes Beispiel eines Sektoralen Qualifikationsrahmens zur Grenzkontrolle, der erste SQR mit einer gesetzlichen Basis:

Video source: Frontex
   

Ein SQR für den Transport-Logistik-Sektor in Europa

Das Europäische Projekt MetaLog entwickelt einen Sektoralen Qualifikationsrahmen für den Transport&Logistik-Sektor in Europa:

www.project-metalog.eu