Berufsbildung in Italien

In Italien wird das Berufsbildungssystem von den regionalen Behörden verwaltet. Für Anbieter, die regionale Förderungen erhalten möchten, wurde ein Akkreditierungssystem, entwickelt. Die Anbieter müssen dabei fünf Kriterien entsprechen, die zumeist inhaltliche Vorgaben und Verfahrensregelungen betreffen. Für ein Kriterium (Effizienz und Wirksamkeit bisheriger Aktivitäten) wurden allerdings spezifische Ergebnisse festgelegt. Die Stärken des italienischen Berufsbildungssystems bestehen in der breiten Einbindung der InteressensvertreterInnen und in der Einführung eines nationalen Evaluationssystems sowie eines Zulassungssystems für Berufsbildungsanbieter. Seine Schwäche ist hingegen im Mangel an nationalen Standards und in einem hohen Grad an regionalen Unterschieden zu sehen.

 

Dies gilt auch für die Entwicklung eines NQR, bei der in Italien durch die Beteiligung verschiedener Regierungsebenen immer wieder Komplikationen auftreten. Die Herausforderung bei der Entwicklung eines nationalen Qualifikationsrahmens besteht dabei im Vergleichen und in der Vereinheitlichung regionaler Qualifikationen. Italien zählt zu jenen Ländern, die sich noch in der Anfangsphase der Einführung eines EQR befinden. Italien wird seine formalen Qualifikationen im Zuge der Entwicklung eines NQR auf den EQR beziehen, aber mithilfe einer Übernahme nationaler Kriterien und Methoden.

 

Hinsichtlich der ECVET-Umsetzung wendet Italien 3 der 8 bekannten Strategien an und hat 2006 eine ExpertInnengruppe eingesetzt, die für die Ausarbeitung eines nationalen Systems von Minimalstandards für die berufliche Aus- und Weiterbildung verantwortlich ist. Aktuell hat die Arbeitsgruppe ihre Aktivitäten aber aufgrund der notwendigen Fokussierung auf die derzeitige Wirtschaftskrise, eingestellt.

 

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