Berufliche Aus- und Weiterbildung in den Niederlanden

Das niederländische Ausbildungssystem besteht aus verschiedenen Ausbildungsbereichen, die von der Grundschul- bis zur Hochschulbildung (higher education = HE) reichen und unterschiedliche Ausbildungsformen umfassen (von der Pflichtschule bis zu Kursen und Weiterbildungsangeboten für Erwachsene im Kontext des Lebenslangen Lernens.

 

Die formale Berufsbildung (MBO) bereitet StudentInnen sowohl auf eine Erwerbstätigkeit als auch auf eine weiterführende Ausbildung vor. Sie umfasst außerdem allgemeinbildende Inhalte und Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung. Die Verbindung zur Praxis hat in allen formalen Berufsbildungsprogrammen einen sehr hohen Stellenwert. Um diesen Konnex zum Arbeitsmarkt gewährleisten zu können, pflegen Berufsschulen weitläufige Kontakte mit der regionalen Wirtschaft, Gemeinden und sozialen Organisationen. Nach Abschluss eines Berufsbildungslehrgangs haben StudentInnen, die ihre Ausbildung fortführen wollen, die Möglichkeit, an Weiterbildungsmaßnahmen von ihren eigenen Schulen oder von Fachhochschulen teilzunehmen.

 

Berufsbildende Lehrgänge basieren auf zwei Grundpfeilern: Das erste Element betrifft die Lernmethodik, die das Verhältnis von praktischer Ausbildung (im Betrieb) zu schulischem Lernen bestimmt. Das zweite Element betrifft die Inhalte, die erlernt werden müssen, um ein anerkanntes Diplom zu erhalten. Solange Berufsbildungseinrichtungen diese allgemeinen Vorschriften beachten, dürfen sie ihre Ausbildungsprogramme nach ihren Vorstellungen gestalten. Damit sind Berufsschulen (ROCs) für die pädagogisch-didaktische Gestaltung und Umsetzung der Berufsbildungsprogramme bzw. Lehrveranstaltungen selbst verantwortlich.. Dies gilt auch für Bildungsverlage, die Lehrbücher und andere Lehr- und Unterrichtsmaterialien entwickeln.

Der niederländische Qualifikationsrahmen (NLQR)

Die Niederlande  haben ihren nationalen Qualifikationsrahmen (NLQR) im Oktober 2011 zugeordnet. Momentan befindet er sich in einer frühen operativen Phase.

 

Der niederländische Qualifikationsrahmen adaptierte den EQR mit seinen 8 Ebenen mit zwei feinen Unterscheidungen: die “Eintrittsebene” (entry level) auf den Level „Null“ und eine Unterscheidung zwischen der Ebene 4 und einer Ebene 4+.

 

Der NLQR deckt eine Vielzahl von Qualifikationen ab und berücksichtigt, dass unterschiedliche Ausbildungssektoren und Anbieter, die in den Niederlanden am Lebenslangen Lernen beteiligt sind, unterschiedliche Begriffe und Verfahren zur Beschreibung von Lernergebnissen, Curricula und Prüfungsanforderungen verwenden.

 

Lernergebnisse

 

Was ein/e StudentIn für die Erlangung eines Diploms wissen und in der Lage sein sollte, zu tun, ist in einem Qualifikationsdossier festgelegt, das die Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen für die einzelnen Qualifikationen spezifiziert. Im Qualifikationsdossier sind sämtliche Tätigkeiten auf allen Ebenen der Berufsbildung festgelegt: also Berufsinhalte, die Haupttätigkeiten und  dieFähigkeiten, die jemand aufweisen sollte, um den Beruf ausüben zu können.

 

Qualitätssicherung

 

EQAVET steigert die Qualität der Berufsbildung und unterstützt einzelne Mitgliedsstaaten bei der Förderung und Kontrolle kontinuierlicher Qualitätsverbesserungen, sowohl auf der Systemebene als auch auf der institutionellen Ebene. Der Qualitätsrahmen EQAVET stimmt weitgehend mit der bestehenden Qualitätssicherung im Bereich Berufsbildung überein. Beide verwenden ein Modell, das sich vom sogenannten „Deming-Rad“ ableitet und das vier Phasen beinhaltet: planen, durchführen, prüfen, handeln. Der niederländische NCP für EQAVET (NLQAVET) arbeitet derzeit an einem Aktionsplan für die Qualität der beruflichen Bildung in den Niederlanden, um diese in Bezug zum EQAVET Rahmenwerk zu setzen. Zu diesem Zweck wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, bestehend aus RepräsentantInnen der Berufsbildung und zwar des Bildungsministeriums, des Rats für Berufs- und Erwachsenenbildung (MBO raad), der Vereinigung der 17 CRAs (SBB), der Vereinigung privater Bildungsanbieter (NRTO), des Gewerkschaftsverbands (FNV), der Jugendorganisation für berufliche Bildung (JOB), des Hauptverbands für Bildung und der Aufsichtsbehörde.

 

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