Glossar der Schlüsselbegriffe:

  • Europäische Instrumente mit Bezug zu beruflicher Bildung und Weiterbildung
    (EQR, ECVET, EQAVET, Europass, ESCO, EURES, ISCED)
  • Begriffe mit großer Relevanz für die EQR Implementierung
    (Lernergebnisse, EQR-Deskriptoren: Wissen/Fähigkeiten/Kompetenzen, lebenslanges Lernen, gegenseitiges Vertrauen, Zuordnung, EQR Niveaustufe )
  • Begriffe mit großer Relevanz für die ECVET Implementierung
    (Lernergebnisse, Einheit (von Lernergebnissen), Anerkennung (für Lernergebnisse, ECVET-Punkte)
  • Bildungselemente
    (Formal, nicht formales und informales Lernen, Lernergebnisse, Beurteilung, Anerkennung, Validierung, Zeugnis, Curriculum, Berufsprofil, Qualifikation, Qualifikationsrahmen, Qualifikationssystem)
  • Akteure & Institutionen
    (Vergabe/zuständige Stelle/Institutionen, EQR-Beratungsgruppe, nationale Koordinierungsstelle)Bitte verwenden Sie die CEDEFOP-Glossare, um weitere Definitionen in Bezug auf das europäische Transparenzinstrument zu finden:
  • Terminologie der europäischen Berufs- und Weiterbildungspolitik: Eine Auswahl von 100 Schlüsselwörtern, CEDEFOP
  • Glossar: Qualität in Ausbildung und Weiterbildung, CEDEFOP

Europäische Instrumente mit Bezug zu beruflicher Bildung und Weiterbildung

EQR

Europäischer Qualifikationsrahmen

ECVET

Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung

EQAVET

Europäischer Qualitätssicherungsreferenzrahmen für die berufliche Bildung

Europass            

Europass ist ein kostenloser Service von der Europäischen Union. Er unterstützt die transparente Aufzeichnung von in verschiedenen Kontexten erworbene Qualifikationen und Kompetenzen. (weiterlesen)

ESCO
  

ESCO ist die multilinguale Klassifikation von europäischen Fähigkeiten, Kompetenzen, Qualifikationen und Berufen
(
weiterlesen )

EURES

Das Europäische Job Moilitätsportal (weiterlesen )

ISCED

Internationale Standardqualifikation von Bildung (weiterlesen)

Begriffe mit großer Relevanz für die EQR Implementierung

Lernergebnis
 

Lernergebnisse meint die Feststellung, was ein Lernender weiß, versteht und nach Abschluss eines Lernprozesses fähig ist zu tun, was durch die Begriffe Wissen, Fähgikeiten und Kompetenz definiert wird.

EQF
Deskriptoren











  

_Wissen bezeichnet das Ergebnis der Aneignung von Informationen durch Lernen. Wissen ist das Zusammenspiel aus Fakten, Gesetzmäßigkeiten, Theorien und Methoden, der Bezug zu dem Bereich der Arbeit oder des Lernens hat. Im Kontext des Europäischen Qualifikationsrahmens wird Wissen als Theoriewissen und/oder Sachwissen beschrieben.
_Fähigkeiten bezeichnet die Befähigung, Wissen anzuwenden und Know-How zu verwenden, um Aufgaben auszuführen und Probleme zu beheben. Im Kontext des Europäischen Qualifikationsrahmens werden kognitive (einschließlich des Gebrauchs von logischem, intuitiven und kreativen Denken) und praktische Fähigkeiten (einschließlich  manueller Geschicklichkeit und dem Gebrauch von Methoden, Materialien, Mitteln und Instrumenten) ausgewiesen.
_Kompetenz bezeichnet die nachgewiesene Befähigung Wissen, Fähigkeiten sowie persönliche, soziale und/oder methodologische Fertigkeiten in Arbeits- und Lernsituationen und in der professionellen und persönlichen Entwicklung anzuwenden. Im Kontext des Europäischen Qualifikationsrahmens wird Kompetenz mit den Begriffen Verantwortung und Selbstständigkeit beschrieben.

Lebens-
langes
Lernen
 

Die gesamte Lernaktivität im Laufe des Lebens, die eine Verbesserung des Wissens, des Know-Hows, der Fähigkeiten, Kompetenzen und/oder Qualifikationen für persönliche, soziale und/oder berufliche Zwecke zur Folge hat.

Gegenseitiges
Vertrauen




 

Ein Bereich des gegenseitigen Vertrauens (ZMT) ist eine Vereinbarung zwischen Individuen, Unternehmen und anderen Organisationen zur Förderung, Anerkennung und Evaluation von beruflichen Lernergebnissen (Wissen, Fähigkeiten, Kompetenzen). Sie bietet praktische Hilfe bei Entscheidungen zum Wert von Qualifikationen und Abschlüssen, weiterführendem Lernen und Vermittlung in Arbeit an. ZMTs können von Natur aus dynamisch und entsprechend dem gegenseitigen Zutrauen und den Bedürfnissen der beteiligten Akteure mehr oder weniger formal in ihrem Bereich und ihrer Form sein.

Zuordnung
 

Der Prozess der (a) Zuordnung von Qualifikationen zu einer gewissen Niveaustufe des Qualifikationsrahmens und (b) der Abstimmung der Niveaustufe des Qualifikationsrahmens mit den Niveaustufen der anderen.

EQF Level
 

Niveaustufe der Qualifikation ausgedrückt in Bezug auf einen gewissen Grad an Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen, die mit der Niveaustufe verbunden sind. (siehe auch)

Begriffe mit großer Relevanz für die ECVET Implementierung

Lernergebnis
 

Lernergebnisse meint die Feststellung, was ein Lernender weiß, versteht und nach Abschluss eines Lernprozesses fähig ist zu tun, was durch die Begriffe Wissen, Fähgikeiten und Kompetenz definiert wird.

Einheit (Modul)

Eine Qualifikationskomponente , die aus einem stimmigen Set von Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen besteht, die bewertet und validiert werden kann.

Leistungs-punkte
 

Ein Bündel  individueller Lernergebnisse, die bewertet wurden und welche hinsichtlich einer Qualifikation akkumuliert oder auf andere Lernprogramme oder Qualifikationen übertragen werden können

ECVET Leistungs-punkte
 
 

Eine zahlenmäßige Darstellung des Gesamtgewichts von Lernergebnissen einer Qualifikation und des anteiligen Gewichts von Einheiten in Relation zu der Qualifikation. Bitte beachten Sie, dass ECVET Leistungspunkte nicht mehr praktisch angewendet werden! 

Bildungselemente

Formales,
nicht formales
und
informelles Lernen


_formal: Lernen, das in einer organisierten und strukturierten Umgebung geschieht und ausdrücklich als Lernen ausgewiesen ist. Formales Lernen ist aus Sicht des Lernenden bewusst. Es führt typischerweise zu Validierung und Zertifizierung.
_nicht formal: Lernen, das in geplante Tätigkeiten eingebettet ist, die nicht ausdrücklich als Lernen ausgewiesen sind. Nicht formales Lernen ist aus Sicht des Lernenden bewusst.
_informel: Lernen, das aus täglichen Tätigkeiten in Verbindung mit Arbeit, Familie oder Freizeit resultiert. Es ist in Bezug auf Zielvorgaben, Zeit oder Lernunterstützung nicht organisiert oder strukturiert. Informelles Lernen ist in den meisten Fällen aus Sicht des Lernenden unbewusst.

Lernergebnisse

Lernergebnisse meint die Feststellung, was ein Lernender weiß, versteht und nach Abschluss eines Lernprozesses fähig ist zu tun, was durch die Begriffe Wissen, Fähgikeiten und Kompetenz definiert wird.

Beurteilung
 

Der Prozess der Beurteilung von Wissen, Know-How, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen eines Individuums in Abhängigkeit von vordefinierten Kriterien (Lernerwartungen, Messung von Lernergebnissen). Der Beurteilung folgt typischerweise die Validierung und Zertifizierung.

Anerkennung



(a) Formale Anerkennung: der Prozess, Fähigkeiten und Kompetenzen entweder durch die Vergabe einer Qualifikation (Zeugnis, Diplom, Titel) oder durch die Erteilung von Gleichstellung, Leistungspunkteinheiten oder Gutschriften, Validierung von angeeigneten Fähigkeiten und/oder Kompetenzen, einen offiziellen Status zuzusichern;
(b)Soziale Anerkennung: die Anerkennung des Wertes der Fähigkeiten und/oder Kompetenzen durch ökonomische oder soziale Akteure.

Validierung


Die Bestätigung durch eine zuständige Stelle, dass die von einem Individuum  in einem formalen, nicht formalen und informellen Kontext erworbenen Lernergebnisse (Wissen, Fähigkeiten, Kompetenzen) in Abhängigkeit von vordefinierten Kriterien bewertet wurden und konform mit den Anforderungen eines Validierungsstandards sind. Validierung führt typischerweise zu Zertifizierung.

Zertifizierung




(auch Diplom, Titel) Ein offizielles Dokument, ausgestellt von einer Vergabestelle, die die Leistung eines Individuums entsprechend einer Bewertung und Validierung gemäß eines vordefinierten Standards bestätigt. (Zertifizierung von Lernergebnissen ... Der Prozess des Ausstellens eines Zeugnisses, Diploms oder Titels, der formal bestätigt, dass ein durch das Individuum angeeignete Set von Lernergebnissen (Wissen, Know-How, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen) durch eine zuständige Stelle gemäß vordefinierter Standards beurteilt und validiert wurde.)

Curriculum

Das Inventar von enthaltenen Tätigkeiten, um eine Bildungs- oder Weiterbildungsmaßnahme zu entwerfen, zu organisieren und zu planen, inklusive der Festlegung von Lernzielen, Inhalt, Methoden (inklusive Bewertung) und Material, wie auch Maßnahmen für die Weiterbildung von Lehrern und Ausbildern.

Berufsprofil

Ein Berufsprofil ist eine Beschreibung des Wissens, der Fähigkeiten und der Kompetenzen, über die ein Fachmann oder Arbeiter verfügen muss, um kompetent am Arbeitsplatz aufzutreten.

Qualifikation

Die Qualifikation meint das formale Ergebnis eines Bewertungs- und Validierungsprozesses, das erzielt wird, wenn eine zuständige Stelle festlegt, dass ein Individuum Lernergebnisse gemäß eines gesetzten Standards erworben hat.

Qualifikations-
rahmen


Der Qualifikationsrahmen meint ein Instrument für die Klassifizierung von Qualifikationen gemäß einem Set von Kriterien für spezifizierte erworbene Niveaustrufen, das darauf abzielt, nationale oder sektorale Qualifikationssubsysteme zu integrieren und zu koordinieren und Transparenz, Zugang, Entwicklung und Qualität von Qualifikationen in Bezug auf den Arbeitsmarkt und die Zivilgesellschaft zu verbessern.

Qualifikations-
system



Das nationale Qualifikationssystem meint alle Aspekte staatlicher Handlungen in Bezug auf die Anerkennung von Lernen und anderen Mechanismen, die Bildung und Weiterbildung mit dem Arbeitsmarkt und der Zivilgesellschaft verbinden. Das beinhaltet die Entwicklung und Implementierung von institutionellen Maßnahmen und Prozessen in Bezug auf Qualitätssicherung, Beurteilung und die Vergabe von Qualifikationen. Ein nationales Qualifikationssystem kann aus verschiedenen Subsystemen zusammengesetzt sein und einen nationalen Qualifikationsrahmen enthalten.

Akteure & Institutionen

EQR-Berater-
grupper


Die EQR-Beratergruppe bringt Beauftragte der nationalen Behörden und andere Akteure zusammen, um bei der Implementierung des Rahmens zu helfen. Ihre Arbeit wurde ergänzt durch die europaweite Lernergebnisgruppe, die Diskussion und wechselseitiges Lernen zu wichtigen Angelegenheiten, die sich auf die Entwicklung von nationalen Qualifikationsrahmen und der Validierung von nicht formalem und informellem Lernen konzentrieren, unterstützt.

Nationale Koordinations-
stelle  (NCP)

In jedem teilnehmenden Land wurde eine nationale Koordinationsstelle ins Leben gerufen, um den Prozess der Bezugnahme des nationalen Qualifikationsrahmens auf den EQR zu ermöglichen, so dass alle seit 2012 neu ausgestellten Qualifikationen einen Bezug zu einer angemessenen EQR Niveaustufe aufweisen. Genauso existieren auch ECVET NCPs in allen teilnehmenden Ländern.

Vergabe/ zuständige
Stelle

Eine Stelle, die Qualifikationen (Abschlüsse, Diploma der Titel) ausstellt und die Lernergebnisse (Wissen, Fähigkeiten, Kompetenzen) eines Individuums anhand einer Bewertungs- und Validierungsprozedur formal anerkennt.

 Definitions based on/ taken from:
_Terminology of European education and training policy: A selection of 100 key terms, CEDEFOP
_Glossary: Quality in education and training, CEDEFOP
_"First"-project glossary
_Website of the European Commission, Education & training
_European Qualifications Framework portal
_UNESCO Institute for Statistics
_European reference levels for education and training promoting credit transfer and mutual trust, CEDEFOP