Status Quo der ECVET-Umsetzung in Österreich

Österreich bereitet sich derzeit mit der Durchführung von spezifischen Studien und dem Aufsetzen einer zielgerichteten Informationspolitik auf die Teilnahme an ECVET vor. Das österreichische Bundeministerium für Bildung und Frauen (BMBF) repräsentiert Österreich in den verschiedenen Gremien, die von der Europäischen Kommission für die Entwicklung und Umsetzung des europäischen Punktesystem für berufliche Aus- und Weiterbildung (European Credit System for Vocational Education and Training = ECVET) aufgesetzt wurden. Nach aktuellem Stand wird ECVET von Österreich lediglich zur Unterstützung transnationaler Mobilitätsaufenthalte genutzt werden.

Die Aufgabe der vom BMBF eingesetzten informellen ECVET-ExpertInnengruppe war die Diskussion möglicher Einsatzgebiete von ECVET sowie der Austausch entsprechender Informationen (z.B. über die Ergebnisse von ECVET-Pilotprojekten).

Im Jahr 2007 beauftragte das zuständige Ministerium (damals BMUKK) eine Durchführbarkeitsstudie ("Implementation of ECVET in Initial Vocational Education and Training in Austria".)

Im Juni 2009 organisierte das Ministerium zusammen mit der Arbeiterkammer Österreich und der Nationalagentur für Lebenslanges Lernen (OeAD) zu dem gleichen Thema eine Konferenz, auf der mit einem weiteren Kreis an InteressenvertreterInnen mögliche Anwendungsszenarien für Europa und Österreich diskutiert wurden.

Organisationen aus Österreich sind – teilweise mit zusätzlicher Unterstützung des Ministeriums – auch an europäischen ECVET-Pilotprojekten (als Koordinator und Partner) beteiligt:

  • innerhalb des Leonardo da Vinci Programms: z.B. VQTS and VQTS II
  • 1. Generation von ECVET-Projekten: M.O.T.O., SME MASTER Plus
  • 2. Generation von ECVET-Projekten: EASYMetal, EsyCQ, 2get1care

 
Österreich entwickelt derzeit ein an die Struktur des österreichischen Aus- und Weiterbildungssystems angepasstes Konzept für die Anwendung von ECVET in transnationalen Mobilitätsprojekten. Zur Untestützung dieser Strategie beauftragte das österreichische Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur zwei Forschungs- und Beratungseinrichtungen (3s und IBW) damit, Richtlinien für die Anwendung von ECVET im Rahmen von transnationalen Mobilitäten zu erstellen und dafür entsprechende Dokumente zu entwickeln. Die daraus resultierenden Richtlinien wurden im Frühling 2012 auf der Website www.ECVET-info.at veröffentlicht.

Die Österreichische Nationalagentur für Lebenslanges Lernen hat ECVET zu einer nationalen Priorität bei der Vergabe von Fördermitteln im Bereich des Lebenslangen Lernens erklärt.

Im Januar 2012 wurden neue Strukturen zur Unterstützung der ECVET-Implementierung eingeführt: Eine zentrale Anlaufstelle der Nationalagentur koordiniert nun alle Aktivitäten im Zusammenhang mit EVCET. Darüber hinaus wurden sieben ECVET-ExpertInnen nominiert, die für die Beratung und Schulung von Einzelpersonen, Bildungseinrichtungen und Unternehmen in Bezug auf ECVET zur Verfügung stehen (vgl. http://www.lebenslanges-lernen.at/ECVET).

(Last update: September 2013)