Status Quo des Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) in Österreich

 

Die Durchführung des EQR in Österreich basiert auf der Umsetzung der Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 zur Schaffung eines europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) für Lebenslanges Lernen (2008/C111/01).

Im Laufe des nationalen Konsultationsverfahrens zum EQR (2005/06) wurde der Aufbau eines nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) für Österreich empfohlen. Der Qualifikationsrahmen sollte alle Bildungssektoren umfassen, und formal, nicht-formal und informell erworbene Qualifikationen integrieren. Die Ziele des NQR-Prozesses umfassen nicht nur die vereinfachte und transparente Bezugnahme des österreichischen Qualifikationssystems auf den EQR, sondern auch darüber hinausgehende bildungspolitische Ziele (z.B. die verstärkte Orientierung an Lernergebnissen, die Förderung von Durchlässigkeit, die Berücksichtigung von nicht-formalem Lernen). Für die Entwicklung des NQR wurde ein kombinierter Top-down- und Bottom-up- Ansatz gewählt. Von Anfang an wurde dabei ein breiter Konsens zwischen den wichtigsten VertreterInnen der österreichischen Bildungslandschaft bei gleichzeitiger Berücksichtigung von ExpertInnenwissen angestrebt.

Im Jahr 2010 wurden die Kriterien und Vorgehensweisen zur Klassifikation von Qualifikationen entwickelt und diese in einer Simulationsphase einer ersten Prüfung unterzogen. 2011 begann die Nationale Koordinierungsstelle mit umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit – mit einer „Road Show“ quer durch Österreich, der Seminarserie “Fit for NQF”, aber auch mit individueller Beratung. Damit sollten ausgewählte Zielgruppen mit den unterschiedlichen Aspekten des NQR/EQR oder mit der Orientierung auf Lernergebnisse vertraut gemacht werden.

Die Notwendigkeit der Umsetzung eines NQR nach Vorlage des EQR wurde im Regierungsprogramm der 24. Legislaturperiode (2008-2013) sowohl im Kapitel zu Bildung als auch im Kapitel zu Wissenschaft & Forschung festgeschrieben. Damit ist das gesamte österreichische Bildungssystem seit 2013 in ein achtstufiges Klassifikationsschema eingebunden. Am 11. Juni 2012 wurde ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem nationalen Qualifikationsrahmen gesetzt: Der österreichische EQR-Zuordnungsbericht (gemeinsam vom BMUKK und BMWF entwickelt) wurde an die Europäische Kommission übermittelt- und der EQR - Beratergruppe am 11. Juni 2012 in Brüssel vorgestellt. Der Bericht wird als Zwischenbericht verstanden und soll vor allem die Beziehungen zwischen den Ebenen des NQR und des EQR aufzeigen.

(Last update: September 2013)