Status Quo der ECVET-Umsetzung in Frankreich

In Frankreich haben unterschiedlichste Interessensgruppen die zwei allgemeinen und grundsätzlichen Ziele von ECVET anerkannt, welche dazu beitragen:

  • die Mobilität europäischer BürgerInnen, insbesondere von ArbeitnehmerInnen, zu fördern
  • Lebenslanges Lernen zu fördern.

 

Obwohl ECVET bis heute nicht in vollem Umfang umgesetzt worden ist, lässt sich der Nutzen von ECVET an den Resultaten von Pilotprojekten sowie an an der Vorbereitung Frankreichs auf eine breite Nutzung von ECVET- ablesen. Konkret haben private AkteurInnen und RepräsentantInnen des französischen Staates - wie z.B. VertreterInnen des Bildungsministerium - an Pilotprojekten teilgenommen, die dazu dienten, die Vergleichbarkeit von Lernergebnissen im Rahmen einer Mobilitätsphase von Lernenden auszutesten und zu verbessern. Dabei hat der Transport- und Logistiksektor einige der wichtigsten Aktivitäten zur Entwicklung von ECVET-kompatiblen Lösungen beigetragen.

 

Zwei Beispiele sollen die Dynamik des Sektors veranschaulichen:

  • Das Euro-Trans-Log-Projekt: In diesem Projekt entwickelten AkteurInnen der Berufsbildung (Ministerien, Berufsgenossenschaften, Berufsbildungsanbieter) aus acht EU Mitgliedsstaaten (Deutschland, Belgien, Spanien, Frankreich, Ungarn, Italien, Rumänien und Großbritannien) gemeinsame Bezugspunkte für die berufliche Weiterbildung im Transport- und Logistiksektor auf Ebene 5 des EQR. Diese gemeinsamen Bezugspunkte erlaubten die Beschreibung erworbener Lernergebnisse im Rahmen einheitlicher Qualifizierungsstandards durch den Einsatz von EQR-Deskriptoren (Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen). Für Frankreich stellte das Projekt somit eine Möglichkeit dar, Lernergebnisbeschreibungen offiziell anerkannter Qualifikationen speziell auf Ebene 5 des EQR zu erstellen – und das zu einem Zeitpunkt, als gerade die Aktualisierung des entsprechenden Diploms (BTS Transport) vorgenommen wurde. Erstmals übernahm damit der französische Transport- und Logistiksektor eine nationale Qualifikation, die für Mobilitätsprozesse mittels ECVET geeignet war.
  • Die Netinvet-Initiative vereint Transportunternehmen, Weiterbildungsanbieter und Berufsgenossenschaften bzw. RepräsentantInnen des Transport- und Logistiksektors in über 12 EU Mitgliedsstaaten. Ziel ist es, die Möglichkeiten zur Mobilität von Lernenden in diesem Sektor in ganz Europa zu verbessern. Die Initiative erschloss den französischen Ausbildungsanbietern den Zugang zu einem breiten Netzwerk von InteressenvertreterInnen. Dies ermöglichte wiederum, den konkreten Austausch von Lernenden im Rahmen von Schulungen und Auslandspraktika auszubauen, die Ausbildungsqualität gemeinsam zu verbessern, die Kommunikation und den Austausch zu bewährten Vorgehenswiesen zwischen den Partnern zu erleichtern und Mobilitätsphasen durch die Bereitstellung von Hilfestellungen (Anleitungen, Szenarien, Qualitätssicherung usw.) zu unterstützen. Außerdem wurden speziell jene TrainerInnen, die häufig mit „mobilen Lernenden“ konfrontiert sind, über aktuelle Entwicklungen informiert und bei der Recherche von finanzieller Unterstützung sowie beim Aufbau von vertrauensbildenden Maßnahmen unterstützt.

 Insgesamt hat sich Frankreich damit bereits zu einem Zeitpunkt um die Mobilitätsbestrebungen von Lernenden bemüht, als ECVET-Anwendungen noch in ihren Kinderschuhen steckten. Die vorgestellten Ansätze stellten dabei für den Transport- und Logistiksektor vielversprechende Ergebnisse bereit.