Berufliche Erstausbildung in Deutschland

Figure 3:	IVET in Germany. Source: BIBB/Pütz 2003: 8.

Das duale Ausbildungssystem ist der Kern der deutschen Erstausbildung. Es wird das „Duale System“ genannt, weil sowohl Berufsschulen als auch Unternehmen an Ausbildung und Training beteiligt sind. Die meisten der ca. 350 Ausbildungsprogramme dauern 3 Jahre, nur einige Ausnahmen sind auf 2 oder 3,5 Jahre angelegt. Auszubildende, die im Rahmen eines gültigen Ausbildungsvertrages ausgebildet werden, erhalten einen Arbeitslohn für die gesamte Dauer der Ausbildung. Das erfolgreiche Abschließen eines Programms erlaubt den Auszubildenden, einen Beruf als Facharbeiter in einem anerkannten Ausbildungsberuf auszuüben.

 

Berufsschulen beinhalten Vollzeitberufsschulen, eine große Bandbreits an spezialisierten Berufsschulen und länderspezifische Berufsschulen. Vollzeitberufsschulen bieten berufliche Qualifikationen sowohl in Voll- als auch in Teilzeit an. Die meisten Schulen ermöglichen hierbei doppelte Abschlüsse, die eine berufliche Qualifikation als auch einen speziellen Schulabschluss beinhalten. Das Erreichen beider Qualifikationen erfordert jedoch das Erfüllen zusätzlicher Anforderungen wie z.B. zusätzliche Sprachkurse.

 

Grundlegende berufliche Bildung kann entweder im Rahmen eines einjährigen Vollzeitprogramms einer Berufsschule oder in einem einjährigen Trainingsprogramm, das betriebliche und schulische Ausbildung kombiniert, erworben werden. Dies nennt man ein Berufsgrundbildungsjahr (BGJ). Das BGJ führt zu einer Grundbildung in einem speziellen Berufsfeld. Der erfolgreiche Abschluss des BGJs kann als das erste Jahr einer Berufsausbildung im entsprechenden Berufsfeld anerkannt werden.

 

Das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) ist ein einjähriges Vollzeittrainingsprogramm, um Jugendliche auf die Berufsbildung vorzubereiten. Zusätzlich können Auszubildende im BVJ einen allgemeinbildenden Abschluss erwerben, da die meisten BVJ-Auszubildenden keinen Abschluss dieser Art besitzen.