Status Quo des nationalen Qualifikationsrahmens (NLQR) in den Niederlanden

Die Niederlande folgten der EQR-Empfehlung und begannen im September 2011 mit der Ausarbeitung des niederländischen Qualifikationsrahmens (NLQR).

 

Dazu wurde eine Steuerungsgruppe (bestehend aus den drei Hauptministerien) und eine nationale Koordinierungsstelle als Unterstützung für den NLQR ins Leben gerufen. Der NLQR stellt eine systematische Klassifikation aller Qualifikationsebenen in den Niederlanden dar. Qualifikationen werden künftig auf die entsprechende Ebene im NLQR eingestuft und somit auf eine entsprechende EQR-Ebene ausgerichtet. Das Rahmenwerk versteht sich als systematische Anordnung bestehender Qualifikationen, ausgerichtet auf Transparenz und bessere Vergleichbarkeit. Der Verweis auf eine bestimmte NLQR-Ebene berechtigt nicht zu einem Titel oder einem Abschluss und bestimmt auch nicht das Zugangs- und Übertrittsrecht zu einem bestimmten Bereich des Bildungssystems.

 

Der NLQR unterstützt sämtliche relevanten AkteurInnen in den Niederlanden, einschließlich der Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, der Sozialpartner und der Arbeitgeber sowie der Studierenden, indem:

  • es Menschen jeden Alters und in unterschiedlichen Positionen ermöglicht wird, ihr Aus- und Weiterbildungsniveau festzustellen, um so ein angemessenes Aus- und Weiterbildungsprogramm zu finden, in dem sie ihre Fähigkeiten effizient einsetzen können.
  • ArbeitergeberInnen und Einzelpersonen das Verständnis ermöglicht wird, die Ebenen bestehender nationaler Qualifikationen und internationaler Qualifikationen (durch den EQR) und ihre Beziehung zueinander nachzuvollziehen.
  • gezeigt wird, wie die verschiedenen Qualifikationen dazu beitragen, die Fähigkeiten der ArbeitnehmerInnen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

Der NLQR spiegelt auf natürliche Weise (basierend auf Lernergebnissen)  die bereits bestehenden Lernstufen in den Niederlanden wider. Die Ebenen des NLQR geben außerdem Aufschluss über die Komplexität von Qualifikationen. Die Einstiegsebene ist die einfachste und Ebene 8 die schwierigste Lernstufe. Die Ebenen sind so konstruiert, dass eine Lernergebnisebene auf der jeweils niedrigeren Ebene aufbaut. Die Resultate aus einzelnen Ebenen sind nicht einheitlich und folgen keinem fixem Schema. Die Deskriptorelemente geben zusammengenommen einen Überblick über die Ebenen und beschreiben, in welchem Kontext und mit welchem Kenntnisstand die jeweilige Person Kenntnisse anwenden, Probleme lösen  bzw. entwickeln, lernen, Informationen erwerben, verwenden und kommunizieren kann und für was eine Person innerhalb der Zuständigkeitsbereiche verantwortlich ist. Die Berufsprogramme der beruflichen Vorbildung und die Berufsbildungsqualifikationen werden derzeit überarbeitet (2012 - 2013). Die überarbeiteten Beschreibungen werden die NLQR-Deskriptoren zur Darstellung der Lernergebnisse verwenden.

 

Die Deskriptoren des NLQR und des EQR können in Bezug auf Lernergebnisse verglichen werden. Der NLQR verwendet jedoch leicht veränderte Definitionen und Deskriptoren.

 

 

 

NLQF

EQF

Kontext

 

Die Kontextbeschreibungen der Ebenen werden zusammen mit den beschriebenen Kenntnissen zur Festlegung des Schwierigkeitsgrades verwendet.

 

Kenntnisse

Kenntnisse

Kenntnisse sind die Gesamtheit der Fakten, Richtlinien, Theorien und Arbeitsweisen eines Berufsfeldes oder Wissensbereiches.

„Kenntnisse“ meint das Ergebnis der Aneignung von Informationen durch Lernen. Kenntnisse sind die vorhandenen Fakten, Grundsätze, Theorien und Verfahren, die zu einem Arbeits- oder Studienbereich gehören. Im Kontext des europäischen Qualifikationsrahmens werden Kenntnisse als theoretische und/oder faktische beschrieben.

Fähigkeiten

Fähigkeiten

Kognitive Fähigkeiten (logisches, intuitives und kreatives Denken)  und praktische Fertigkeiten (psychomotorische Fertigkeiten bei der Verwendung von Methoden, Materialien, Werkzeugen und Instrumenten), die im jeweiligen Kontext angewandt werden.

Anwendung von  Kenntnissen

„Fähigkeiten“ meint die Befähigung, Kenntnisse anzuwenden und Know-how zur Bewältigung von Aufgaben und zur Lösung von Problemen einzusetzen. Im Kontext des europäischen Qualifikationsrahmens werden Fähigkeiten als kognitive (unter Einbeziehung des Gebrauchs von logischem, intuitivem   und kreativem Denken) oder praktische (unter Einbeziehung manueller Geschicklichkeit  und der Verwendung von Methoden, Materialien,Werkzeugen und Instrumenten)  beschrieben

Reproduzieren, analysieren, integrieren, bewerten, kombinieren und anwenden von Kenntnissen in Berufs- oder Wissensbereichen

Problemlösungsfähigkeiten

Erkennen oder bestimmen und lösen von Problemen

Lern- und Entwicklungsfähigkeiten

Persönliche Entwicklung, eigenständig oder unter Anleitung

Informationskompetenz

Informationen beziehen, sammeln, aufbereiten, bündeln, analysieren und bewerten

Kommunikationsfähigkeit

Kontextorientiert auf der Grundlage von Konventionen kommunizieren

Verantwortung und  Selbstständigkeit

Kompetenz

Die  erwiesene Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen und Verantwortlichkeit für die eigene Arbeit,die eigenen Studienergebnisse oder die Fähigkeit, Verantwortung für andere übernehmen zu können.

„Kompetenz“ meint die erwiesene Fähigkeit, Kenntnisse, Fertigkeiten und persönliche, soziale und/oder methodische Fähigkeiten in der Arbeit oder in Lernsituationen sowie  in der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung einsetzen zu können. Im Kontext des europäischen Qualifikationsrahmens wird Kompetenz hinsichtlich Verantwortung und Eigenständigkeit beschrieben.